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Die Bedeutung einer Präsenz

LVI – n. 2 – Marz – April 2026

von br. Francesco Dileo, OFM Cap.


Am vergangenen 6. Januar hatte ich während der Abendmesse verkündet, dass wir am kommenden 26. April die Ehre haben werden, den Mantel des hl. Franz von Assisi, den er der hl. Elisabeth von Ungarn schenkte und der zurzeit im Kapuzinerkloster in Paris aufbewahrt wird, in unserem Heiligtum in San Giovanni Rotondo begrüßen zu dürfen: „Die Anwesenheit dieser Reliquie gibt uns die Gelegenheit, weiter aus der Spiritualität des Poverello von Assisi zu schöpfen und unser Bemühen zu stärken, nach dem Evangelium zu leben wie er. Wir wollen uns unter seinen schützenden Mantel stellen und ihn um Fürsprache bitten für ein Ende der Kriege, die uns den »Frieden« und das »Heil« nehmen, das er allen Brüdern und Schwestern in Christus zu wünschen pflegte.”

Diese Gelegenheit bietet sich bis zum 1. Juli und nicht nur denen, die in die Fußstapfen des Heiligen treten wollen, denn Franziskus, dessen seliger Heimgang sich in diesem Jahr zum 800sten Male jährt, hatte nicht nur seine Ordensbrüder, die Klarissen oder die Laien des von ihm angeregten Säkularordens aufgerufen, dem Gebot der Liebe, das Jesus verkündet hat, konsequent zu folgen, sondern jeden Gläubigen, der die Zugehörigkeit zu Christus, die er mit den Lippen bekennt, auch authentisch leben will.

Jeder von uns, unabhängig von seiner Rolle in der Kirche, muss sich angesprochen fühlen, den Weg der Eintracht zu gehen. Sie ist der konkrete Ausdruck jener Liebe, auf die sich unser Bemühen, andere als Brüder und Schwestern zu betrachten, gründen muss. Das Kleinsein, das Franziskus praktizierte, ist in der Tat vor allem ein Weg der Eintracht: Wer sich klein macht, strebt nicht nach Herrschaft, stellt keine Ansprüche, will sich nicht um jeden Preis behaupten, sondern öffnet sich immer neu für Toleranz und Dialog. Einander mit Respekt zu akzeptieren, im Meinungsaustausch, bei Auseinandersetzungen, heißt, einander als Geschenk Gottes zu sehen, heißt, nicht meine Ideen stehen im Mittelpunkt, sondern das Gemeinwohl, nicht meine Bedürfnisse, sondern die Bedürfnisse aller. Eine weitere Lehre, an die uns die Mantelreliquie erinnern wird, wenn wir an den denken, der den Mantel trug, ist die Notwendigkeit, Nächstenliebe durch solidarisches Verhalten konkret wirksam zu machen. Denn Solidarität ist eines der Kennzeichen einer christlichen Gemeinschaft, das immer mehr geübt werden sollte, durch einfache Gesten: ein freundlicher Blick, ein stiller Dienst, eine geteilte Mühe, ein Ohr, das zuhört, ohne zu urteilen. Das ist nicht nur der einzige Weg zu Harmonie und Eintracht, sondern auch, um die Liebe, mit der Gott sich der Menschheit näherte, sichtbar zu machen. Wir müssen immer mehr begreifen, dass Solidarität nicht nur gegenüber den „äußerlich“ Armen geübt werden muss, denen wir in jedem Fall helfen müssen, sondern auch gegenüber den „innerlich“ Armen, die wir in unserem Umfeld finden können: in unserem Mitbruder, unserer Mitschwester, unserem Ehemann, unserer Ehefrau, unseren Eltern, Kindern, Nachbarn, Arbeitskollegen, in allen, die sich schwer tun, die vielleicht quälende Wunden in sich tragen oder mit mehr Feingefühl und Mitgefühl akzeptiert werden müssen.

Nur wenn wir unser Leben nach dem neutestamentlichen Gebot der Liebe ausrichten, können wir wirksame Friedensstifter werden und den Herrn mit der Glaubwürdigkeit, die aus der Kohärenz entsteht, um dieses kostbare Geschenk für jeden Ort und jede Zeit der Geschichte bitten.

Lassen wir uns von dieser heiligen Reliquie inspirieren, Franziskus zu folgen, indem wir einander in Demut, Nächstenliebe und Solidarität unsere Herzen öffnen, im anderen das Antlitz Christi erkennen und uns um Frieden in unseren Gemeinschaften und in der Welt bemühen. In diesem Sinn wünsche ich allen von Herzen eine frohe Osterzeit. Der Auferstandene möge euch mit Hoffnung erfüllen, euren Glauben erneuern und euch segnen mit seinem Frieden und seiner Liebe!

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